Dateien vom alten Image kopieren

Du kannst Dateien, die Du in einem anderen Image erstellt hast, sichern und auf Deinem aktuellen Image weiter verwenden. Voraussetzung dafür ist, dass Du Dein altes Image gesichert und auf einem USB-Stick gespeichert hast.

Los geht`s!

  • Stecke den USB-Stick, auf dem sich Dein Image befindet in einen freien USB-Steckplatz Deines RevPi Connect.
  • Starte Dein RevPi Connect. Es ist wichtig dass du diesen ersten Start nicht unterbrichst da nun einige Dateien generiert werden wie z.B. die SSH Host Schlüssel.

WICHTIG! Bei der ersten Anmeldung an einem neu aufgespielten Image gibt es einige Besonderheiten, die sich von der gewohnten Anmeldung unterscheiden. Lies die folgenden Arbeitsschritte aufmerksam!

  • Wenn Du Dich auf einem frisch aufgespielten Image zum ersten mal als User „pi“ anmeldest, lautet das Passwort noch „raspberry“. Unmittelbar nach der Anmeldung wird das Passwort dann zurückgesetzt auf den Wert, den es bei Auslieferung Deines RevPi Connect hatte.
  • Gib hierzu die Seriennummer (2) und die MAC-Adresse (1) Deines RevPi Connects an. Beides findest Du auf der Frontblende Deines RevPi Connects.

(1) MAC-Adresse, (2) Seriennummer

Dein Gerätepasswort wird jetzt angezeigt

HINWEIS
Falls Dir der Aufkleber mit Deinem Passwort nicht mehr zur Verfügung steht, notiere Dir dieses Passwort jetzt.
  • Fahre dein Modul herunter indem du folgenden Befehl eingibst: „sudo shutdown“
  • Starte dein Modul nun erneut indem du es von der Stromversorgung trennst, ein paar Sekunden wartest und die Stromversorgung wieder verbindest.
  • Melde dich mit deinen Zugangsdaten an
  • Gib folgenden Befehl ein: „lsblk“. Damit kannst Du überprüfen, ob Dein USB-Stick von Deinem RevPi  Connect erkannt wurde. Im Regelfall wird der USB-Stick als Laufwerk „sda“ angezeigt.
  • Gib folgenden Befehl ein: „sudo mount /dev/sda /mnt“ Damit ordnest Du den USB-Stick in die Verzeichnis-Hierarchie ein. Diesen Vorgang nennt man mounten.
  • Gib folgenden Befehl ein: „sudo losetup /dev/loop0 /mnt/Name des Images“. Damit legst Du ein Loop Device (ein virtuelles Laufwerk) an, mit dem Du auf Dein altes Image zugreifen kannst.
  • Gib folgenden Befehl ein: „sudo partprobe /dev/loop0“. Damit kann der Kernel die Partitionstabelle des Loop Device auslesen.

In den folgenden Arbeitsschritten mounten wir das Image unter „/tmp/alt“. Du kannst es natürlich auch an einem anderen Ort mounten. Dazu musst Du dann den Pfad entsprechend anpassen.

  • Gib folgenden Befehl ein: „mkdir /tmp/alt“. Damit mountest Du Du das Image im Verzeichnis „/tmp/alt“.
  • Gib folgende Befehle nacheinander ein: „sudo mount -o ro /dev/loop0p2 /tmp/alt“,
    „sudo mount -o ro /dev/loop0p1 /tmp/alt/boot“. Damit  mountest Du beide Partitionen des Images.

Dateien, die zum Booten des Systems notwendig sind, findest Du auf Partition 1. Eigene Dateien und Programme, die Du erstellt hast, findest Du vor allem auf Partition 2.

Du kannst jetzt Deine Dateien aus dem alten Image kopieren. Das sieht bei uns zum Beispiel so aus: „sudo cp -p /tmp/alt/etc/dhcpcd.conf /etc/dhcpcd.conf“. Bei Konfigurationsdateien ist es allerdings oft nicht sinnvoll, die Datei eins-zu-eins zu kopieren, da Dir sonst wichtige Standardeinstellungen fehlen, die im neuen Image hinzugekommen sind. Die sicherste Vorgehensweise ist, wenn du die alte und neue Datei vergleichst und anschließend von Hand Deine Änderungen in die neue Datei einpflegst. Zum Vergleichen kannst Du den Befehl „diff“ verwenden: „sudo diff /tmp/alt/etc/dhcpcd.conf /etc/dhcpcd.conf“.

Da wir nicht wissen, welche Daten an dieser Stelle für Dich wichtig sind, haben wir hier eine kleine Liste der Daten erstellt, die wir uns immer sichern:

  • Berechtigungen und Zertifikate:
    • /etc/ssh/ssh_host_*
    • /home/pi/.ssh/*
  • Netzwerk-Einstellungen:
    • /etc/dhcpcd.conf
    • /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
  • Boot-Optionen:
    • /boot/cmdline.txt
  • CPU-Frequenz-Einstellungen:
    • /etc/default/cpufrequtils
  • Tastatur-Einstellungen:
    • /etc/default/keyboard
  • PiCtory-Konfiguration:
    • /var/www/pictory/projects/_config.rsc
  • Software-Listen:
    • Liste aller installierten Programme erstellen: dpkg -l > Dateiname.txt
    • Liste aller Programme, die Du selbst installiert hast: /var/log/apt/history.log

Du hast alles gefunden was Du brauchst? Super! Dann kommt jetzt noch ein kleiner Endspurt. Die Verzeichnisse, die wir so mühsam gemountet haben, müssen jetzt auch wieder abgebaut werden. Aber Du hast ja jetzt schon Übung, deshalb machen wir das im Schnelldurchlauf!

  • Gib nacheinander folgende Befehle ein: „sudo umount /tmp/alt/bootsudo“, „sudo umount /tmp/alt“, „sudo losetup -d /dev/loop0“, „sudo umount /mnt“, „sudo delpart /dev/loop0 1“, „sudo delpart /dev/loop0 2“.

Geschafft! Und jetzt wünschen wir Dir viel Spaß mit dem neuen Image!